TAG 3 der Piratinnensuche auf Sylt

EXKURSION Kleine Wanderung zur Tinnumburg. Niedrige Erdwälle und der fehlende Durchmesser läßt schwere Zweifel aufkommen an jener imposanten Legende mit: Wein, Gesang und Riesen!

HISTORISCHE ERZÄHLUNGEN Herrschaft und Ende der Riesen

Die Tinnum-Burg und der Tipkenhoog sind Schauplätze von dramatischen Ereignissen, die durch den Sylter Chronisten Hans Kielholt, leider ohne genaue Zeitangaben, überliefert sind, jedoch in die späte Wikingerzeit oder in die Zeit der dänischen Adligen oder in die Zeit der holsteinischen Lehensritter weisen. Kielholt erzählt:

„In alten Zeiten sind hier auf Sylt heidnische Völker mit einem seltsamen Glauben (Nordischer Asagglauben?) gewesen. Sie waren eigene Herren im Lande und unter ihnen große Riesen, fünf oder sechs Ellen lang. Die nannte man Kämper. Die Riesen beschützten die Einwohner und hielt dafür jährlich Schatz und Zins. Aber wie man hört, begannen sie das Volk zu plagen und ihm Unrecht und Gewalt anzutun.Sie waren so gewandt mit Pfeil und Bogen, daß sie ein Ziel von Fingerbreite trafen.Dazu hatten sie Stockschläger, und alles was sich zeigte, ob Mensch oder Tier, war alsbald tot.Hörten sie, daß ein Bauer hinging, um seinen Zins zu bezahlen, so haben sich die Riesen heimlich auf dem Weg versteckt und den Mann zu Tode gebracht.“

Die Klage des Volkes über das Treiben der Riesen oder Kämper drang schließlich zum dänischen König, der die Kämper fangen und hinrichten lassen wollte. Der König hatte einen von diesen Kämpern, der ein tüchtiger Arzt sein sollte, zu seiner kranken Tochter holen lassen. Der Arzt bekam für seinen erfolgreichen Dienst eine hohe Geldsumme und wurde bei einem Gelage betrunken gemacht, worauf er leichtfertig von den Befestigungen und Ausrüstungen der Kämperburg erzählte.

Der König rüstete nun seine besten Krieger aus und sandte sie nach Sylt. Hier teilten sich die Krieger in zwei Haufen. Der eine näherte sich von Westen mit dem Schiff,während der andere Haufen an der Ostseite landete und zu Fuß auf die Tinnum-Burg zu marschierte. Die Kämper liefen den Fußgängern entgegen und schlugen sie mühelos in die Flucht. Das war jedoch berechnete Absicht, denn die beiden Heere des Königs hatten eine klare Verabredung getroffen. Zur gleichen Zeit hatte sich nämlich von Westen her der andere Haufen ungesehen der Burg genähert und nahm sie, da sie leer war, ohne weiteres in Besitz. Dann fielen die Krieger den Kämpern in den Rücken, so daß diese bald überwältigt waren. 120 Kämper wurden gefangen und in den Wachturm auf dem Tipkenhoog eingesperrt. Dann schickte man einen Boten zum König mit der Frage, was mit den Gefangenen geschehen solle.Der König befahl, sie zu köpfen. Daraufhin wurden die Kämper betrunken gemacht, so daß sie laut sangen, während der Henker sein Schwert schwang. Nur die beiden letzten sangen nicht, sie hatten gemerkt, daß ihre letzte Stunde nahe war.(Quelle: Sylt erzählt; Georg Quedens; Verlag Hansen&Hansen)

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