Frank Thompson aka Emma Edmonds- ein Flintenweib, das eigentlich Piratin werden wollte

HISTORISCHES Mitte des 19. Jahrhunderts, als auch in den USA und Kanada, Frauen nicht wählen durften, kein Eigentum besitzen durften oder auch ihren Beruf frei wählen durften, wuchs Emma in der kanadischen Provinz ­New Brunswick auf einer Farm auf. Sie war davon überzeugt, dass Frauen in dieser Männerwelt keine Chance hatten oder mit ihrem Worten: „In unserer Familie wurden Frauen nicht geschützt, sie wurden versklavt.“

Als Emma 13 Jahre war, nahte die Erlösung in Form eines Buches, der Novelle „Fanny Campbell, der weibliche Piraten-Kapitän“. Die Geschichte beschreibt eine Frau, die sich als Mann verkleidet auf See begibt, um ihren Liebhaber aus der Gefangenschaft in der Karibik zu befreien. Emma identifizierte sich mit Fanny Campbell, die reiten konnte und Pistolen abfeuerte. Emma war selbst ein Wildfang, der jagte und fischte. Einem Reporter erzählte sie später: „Ich ging an dem Abend nach Hause gekommen und all meine Probleme waren gelöst. Ich würde nie wieder ein Sklave sein.“

Mit 17 Jahren lief sie davon. Sie suchte nach Arbeit und fand in der Zeitung eine Anzeige, in der Verkäufer für Groschenromane gesucht wurden. Reisende Verkäufer waren allerdings nur männliche Verkäufer. Emma schnitt ihr Haar kurz, kaufte sich Männerkleider und kopierte männliches Verhalten. Sie sagte, dass sie die Freiheit liebte, die ihr diese Verkleidung gab. Sie war erfolgreich als Verkäufer und ließ sich schließlich in Flint nieder, wo sich ein wachsender Markt für Buchhändler entwickelt hatte.

Dann 1861 rief Präsident Abraham Lincoln zu den Truppen und sie folgte. Alle dachten es wäre ein leichtes Spiel und eine Chance für ein Abenteuer. Der Norden würde den Süden schneller überrollen, als sie als Soldaten zum Einsatz kämen. Emma war 19, als sie der Soldat Frank Thompson wurde, eine medizinische Untersuchung war damals nicht üblich.

Während des Krieges musste sie einige Hindernisse überwinden, um ihr Geschlecht zu verbergen. Sie fluchte nicht, trank, rauchte nicht oder spielte keine Karten und hatte ein glattes Gesicht. Das 2. Michigan Regiment machte sich über ihre kleinen Füße lustig und nannte sie „unsere Frau“. Sie half sich mit ihrer schnellen Auffassung und geschicktem Rollenspiel, wie ein guter Schauspieler.

Der Kommandeur des Regiments hielt ihn für zu zierlich, um bei der Infanterie eingesetzt zu werden und er setzte Frank als Krankenpfleger und Briefbote ein. Nach zwei Jahren verlies sie die Armee, als Begründung nannte sie eine Infektion mit Malaria, durch die ein Arzt ihre wirkliche Identität entdeckt hätte.

Nach der Armee schrieb sie unter ihrem richtigen Namen, Emma Edmonds, das Buch „Memoirs of a Soldier, Nurse and Spy“. Sie erwähnte allerdings nicht, dass sie in einer männlichen Verkleidung und in welchem Regiment sie gedient hatte. Ihre Leser dachten, sie hätte offen als Frau gedient. Die Militärdokumente widerlegten, dass sie jemals als Spionin tätig war.

Erst 1883, 20 Jahre, nachdem sie die Armee verlassen hatte, gab sie ihre Identität preis. Biografen sagen, um einen Anspruch auf eine Militärpension zu bekommen. Sie musste die Regierung davon überzeugen, dass Emma Edmonds und Frank Thompson ein und dieselbe Person sind. In Flint traf sie auf die Männer, die sich mit ihr für die Armee gemeldet hatten. Nach dem ersten Schock, dass sie eine Frau war, waren sie froh zu helfen.

Emma Edmonds war eine der wenigen, der etwa 400 Frauen, die in Männerkleidungen als Soldaten in diesen Krieg zogen und später offiziell als Kriegsveteran anerkannt wurden.

(Quelle:The Detroit News)

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